|
Architekt: Kurt W. Leucht,
Peter Sniegon, Kurt Röthig, Hans
Konrad,
Manfred Arlt, Joachim Näther (u.a.)
Freiraum-
planung: Joseph Pietsch und Siegmar Kaßberg (bis 1972)
Brunnen: Leonie Wirth, Karl Bergemann
Bauzeit: _1963 - 1970
Umbau:
_
2003 - 2004
Stadtbildrahmenplanung/ Umbau & Erweiterung Ladenzeile und neue
Freiflächengestaltung: Siegbert L. Hatzfeldt -
unter Planungsvorgaben aus dem Stadtplanungsamt Dresden (damalige
Leitung: Gunter Just)
Die Prager Straße
bildet die Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Stadtzentrum. Im II.
Weltkrieg wurde sie teilzerstört. Mehrere Gebäude wären
durchaus aufbaufähig gewesen, wie z.B. das Geschäftshaus Prager
Straße 43 (Landwirtschaftlicher
Kreditverein) von 1901, die gründer- zeitlichen Hotels Excelsior
und "Deutscher Hof" oder das benachbarte Bürogebäude
Prager Str. 47 im neusachlichen Stil aus den Frühdreißigern
(Foto: Nov. 1946). Doch der politische Wille entschied sich für
einen Totalabriss und dadurch für eine großzügige
Verbreiterung der Prager Straße (siehe Foto rechts oben). Die
späte Ulbrichtära wollte damit ihre veränderten kulturellen
Ideale mit hohem Selbstbewußtsein und einem kompromisslosen
Neuanfang zur Geltung bringen. Das Thema "Nation" spielte
nach dem Mauerbau nun keine Rolle mehr. Stattdessen kreierte das Architektukollektiv
und mit ihnen Künstler, Gesellschafts-wissenschaftler und -utopisten
einen Freibühnenraum für die entwickelte sozialistische
Gesellschaft, was immer sich aus diesem abstrakten Begriff ableiten
ließ. Das Einzelindividuum trat zugunsten der kollektiven Masse
Mensch zurück und wurde planvoll in Großgaststätten,
Großläden und in einem 1000-Platz-Kino mehr notdürftig
versorgt, als individuell befriedigt.
Die Neugestaltung der Prager Straße erfolgte auf Grundlage eines
Wettbewerbes. 38 Architekten und -kollektive aus allen Regionen der
DDR nahmen daran teil. Vorbildhaft wirkte die Fußgängerzone
"Lijnbaan" in Rotterdam (Bakema & van den Broek, 1952-54).
Den Auftakt (vom Hbf. aus) bildet ein 14geschossiges Scheibenhochhaus,
1968-70 als Interhotel Newa nach Plänen von C.Kayser, H.Klötzel
und B.Tellmann errichtet. Vier Punkthochhäuser mit je 240 Wohneinheiten,
angeordnet als Kreissegment am Bahnhofsvorplatz sollten eine Torsituation
schaffen, die man stadträumlich allerdings kaum wahrnimmt.
Die Begrenzung der Ostseite der Fußgängermagistrale bildet
eine 240 m lange, 12 geschossige Wohnzeile mit z.T. farbiger Akzentuierung.
Ihre Projektierung erfolgte unter Leitung von M. Arlt. Vor der "Wohnmaschine"
befinden sich Pavillons mit Verkaufsräumen. Diese standen ursprünglich
durch Pergolagänge miteinander in Verbindung und wurden 1995
für ein Glashaus (Breuninger) bzw. 2006/ 07 für eine Spielbank
abgerissen - jedoch in gleicher Kubatur neu erbaut. Die Versorgung
erfolgt - sehr modern - als unterirdische Warenanlieferung.
Auf der westlichen Seite der Prager Straße erhebt sich ein Hotelkomplex,
bestehend aus den Hotels "Bastei", "König-stein"
und "Lilienstein", die ebenfalls durch pergolaartige Laubengänge
in Verbindung standen (2004 z.T. entfernt). EG und 1. OG sind Stahlbetonkonstruktionen,
die anderen neun OG wurden in Großplattenbauweise errichtet.
Der großräumige Fußgängerbereich entstand 1967-72
nach Plänen der Landschaftsarchitekten J. Pietsch und S. Kaßberg.
Sein geradliniger Verlauf ohne Unterbrechung von Querstraßen
stellt einen Bruch der städtebaulichen Tradition dar. Eine Gliederung
der Straße erfolgte durch quergestellte Becken mit Wasserspielen
(Schalen- und Kugelbrunnen von Frau Leoni Wirth). Im Anschluß
an die Wohnbebauung der Ostseite befindet sich der architektonisch
anspruchsvollste Bau: das Rundkino.
(Textteile Architekurführer Dresden 1997)
Internationalismus - Traum von der Weltgemeinschaft
Den Abschluß bildete das ehem. Centrum Warenhaus sowie der ehemalige
Restaurantkomplex "International",
einer sozialistischen Großgaststätte, die vom Namen her
bereits auf den internationalen Anspruch dieser Architektur im "International
styl" der globalisierten Moderne aufmerksam machen sollte. Der
historisierende Baustil der 50er Jahre, die als "Nationale Tradition"
nach eigenen (sozialistisch-) deutschen architektonischen Lösungen
suchte, fand mit diesem der westlichen Entwicklung angepassten Architektur
ein Ende. Hinzu kamen die damaligen Ideen und Ideale der 1960er von
Internationalismus und der Vision eines sozialistischen Weltbürgertums,
welches über die Grenzen der Nationen und Kontinente hinweg eine
neue Zivilisation mit einer einheitlichen internationalen Kultur begründet.
In den Ohren der DDR-Bürger klang jedoch das Wort "international"
wie bitterer Hohn, empfand man doch angesichts Stachel-draht und Mauer
die unablässig dröhnende DDR-Propaganda von einer fiktiven,
abstrakten internationalen Gemeinschaft zynisch und verlogen.
Die Prager Straße: in Zukunft könnte diese Straße
aus einem verantwortungsvollen bewußt-Sein einer regionalen
und nationalen Herkunft eine wirklich aufgeschlossene Offenheit gegenüber
einer kosmopolitischen Kultur entwickeln.
Sie wäre dann ein wichtiges Bindeglied zwischen Bahnhof und Altstadt
und verbände die Welt mit dem konkreten Ort.
Im Bild rechts: Reminiszenz an Petersburg - Patchwork
aus Mosaiksteinen am Hotel Newa (so heißt der Fluß durch
die alte Zarenhauptstadt - nach der Wende von der Mercure-hotelkette
übernommen).
Darunter: Während das Wandild vom Selbstbedienungsgastronom "Dresden
grüßt seine Gäste" unter Denkmalschutz gestellt
wurde,
konnte das markante Faltdach und die Beton-Lamellenfassade bei einer
"Sanierung" 2005 komplett einer nichtssagenden Glasarchitektur
weichen.

Restaurant "Bastei" 1975
Herausragende
Raumschöpfung des 20. Jahrhunderts
Die Prager Straße war einer der ersten Fußgängerzonen
(Ost-) Deutschlands (Webergasse
Dresden 1958-62, Kassel "Treppenstraße" 1953). Als
Reaktion auf den rasanten Anstieg des individuellen Automobilverkehr
sowohl im Wirtschaftswunder-Westdeutschland als auch in der kurzen
Blüte der Ost-Planwirtschaft bildeten diese autofreien Stadträume
im Deutschland des 20. Jahrhunderts eine kleine Ruhezone städtischer
Öffentlichkeit. Gerade die Prager Straße in Dresden war
in der Planung von allen Himmelsrichtungen umspült vom maßlos
uneingeschränkten Großstadtverkehr, in deren MItte sich
quasi eine Insel der Seligen erhob, die ganz klar zu Lasten der direkten
städtischen Umgebung inszeniert wurde.
Die
Prager Straße in Dresden ist typisch für bandartige Platzgebilde
in gestufter Raumfolge, die gleichermaßen in der Bundesrepublik
wie in der DDR (z.B. Halle Neustadt, Cottbus), wenn auch nicht mehr
so großzügig, errichtet worden waren. Sie gilt
in Fachkreisen zunehmend als ein herausragendes städtebauliches
Ensemble der 1990 beendeten Nachkriegszeit. Der Münchner Architekt
Stefan Braunfels:
"Hier
ist einer der besten Stadträume nicht nur der Nachkriegsmoderne,
sondern des 20. Jahrhunderts geschaffen worden."
Allerdings ist der Umgestaltungsdruck auf dieses für Dresden
identitätsstiftende Ensemble enorm:
Unglaubliche
Arroganz - Künstlerin wehrt sich gegen die Verstümmelung
ihres Pusteblumen-Brunnens
2004 erfolgte eine komplette Erneuerung des durch die große
Flutkatastrophe geschädigten Bodenbelages. Dabei wurden die Brunnen,
die typischen, rechteckigen 70er Jahre Hochbeete und Rasenflächen
durch neue Baumreihen und einen schmalen Wasserstreifen ersetzt. Ein
winziger Teil des äußerst beliebten Pusteblumen-Brunnen
ist als einziges Relikt in
die neue Umgestaltung integriert worden, wirkt aber nun in dem zu
kleinen Becken lächerlich mickrig und
in keiner Weise angemessen proportional zu den monumentalen Bauwerken.
Ein Riesenverlust für diesen Stadtraum! Die ehemalige Künstlerin
der vormaligen drei Brunnen, Leonie Wirth, hat zu Recht Klage bei
der Verwertungsgesellschaft
Bild-Kunst in Bonn
gegen die Verstümmelung ihres Brunnens eingereicht. Unglaublich: Der
mutwillige Überformer der ästhetisch ausgewogenen DDR-Gestaltung,
Siegbert L. Hatzfeldt, war Lehrer für Bildhauerei an der Hochschule
für Bildende Künste und fünf Jahre lang Vorsitzender der Kommission
für Kunst im öffentlichen Raum in Dresden.
Die ganze Story zu diesem Skandal in SZ
vom 19.02.05
(+
Fotografien von diesem Wasser- Spiele- Kunstwerk)
Ursache für die resepektlose Umgestaltung ist das Bemühen,
die neue Wegeführung durch die Zuschnürung der Prager Straße
im nördlichen und südlichen Bereich klarer hervorzuheben.
Leider wurde durch das Fällen der über 30 Jahre alten Rotkastanien
die städtebauliche Gesamtkomposition der einstigen Urheber des
so gepriesenen Stradtraums der Moderne zerstört. Gerade jedoch
jene rhythmische Gliederung des großzügigen Freiraums
Prager Straße, einem
Höhepunkt des Städtebaus der DDR-Nachkriegsmoderne, in Form
der Baumpflanzungen und der drei rechteckigen Brunnenanlagen verlieh
der Fußgängerzone ihre eigene Charakteristik. Sie zu beseitigen
käme einer Entfernung der Brunnenanlage vor der Berliner Kongreßhalle
("Schwangere Auster") von 1958 im Bezirk Tiergarten gleich.
Ein Riesenaufschrei würde durch die deutsche Öffentlichkeit
gehen. In Dresden läßt man diese Barbarei von Seiten der
Oberen Denkmalpflege bestätigen.
Kein (Teil-) Denkmalpflegestatus für die Prager Straße
Obwohl nun bereits Geschichte, aber: Brunnen, Wohnscheibe, Interhotels
und Hotelgärten bildeten eine zusammengehörende städtebauliche
Einheit! Diese empörende Ignoranz gegenüber den städtebaulichen
Leistungen von Ostdeutschland und der damaligen differenzierten Freiraumplanung
ist scharf zu kritisieren.
Einzig
die Metallplastik "Völkerfreundschaft" mit tiefer symbolischer
Bedeutung für Dresden wurde nach eingehender Restaurierung wieder
aufgestellt.
Nun, nachdem Fakten geschaffen wurden, erkennen viele mit Schrecken,
daß es ein großer Fehler war, die Prager Staße nicht
rechtzeitig, wenigstens in Teilen, unter Denkmalschutz zu stellen.
Der damalige sächsische Landesfkonservater Gerhard Glaser billigte
in Chemnitz der Straße der Nationen Denkmalwürdigkeit zu.
Dresdens Vorzeigestraße der 60er-Jahre Moderne dagegen blieb
dieser Schutz versagt.
Nach wenigen Jahren wird fast nichts mehr von der ehemaligen schlüssigen
Gesamtkonzeption, einschließlich Lichtdesign des Freiraums,
übrig bleiben. Im Juli 2005 wurden gerade die charaktertistischen
Laubengänge mit den umlaufenden Leuchtbändern um das Kaufhaus
Breuninger abgerissen. Darüberhinaus entfernte man in einer "Sanierung"
alle markanten Betonlamellen am ehem. Selbstbedienungs-restaurant
am südl. Ende der Straße. Davor wurde völlig unsensibel
für Raumproportionen ein belangloser Neubau gestellt. Mit weiteren
Entstellungen der Originalsubstanz ist zu rechnen.
Wieviel Protest (bzw. Sensibilität) sich in anderen Städten
im Umgang mit Höhepunkten der Nachkriegsarchitektur regt, kann
man gerade in Berlin am Beispiel der Planungen für die Umgestaltung
des Kulturforums erkennen. (Siehe www.scharoun-gesellschaft.de
- und www.hansaviertel.eu
Originaler Laubengang von 1969 mit Leucht-
bändern während der Abrissarbeiten (Juli 2005)
Ebenfalls damals noch im Original erhaltenes
Streifenplattenmuster.
Mehr Abrieglung als vor 1989
Einer der atmosphärisch intimen Hotelgärten mit Pergolas,
Bronzekunstwerken und Staudenbeeten ist bereits durch maßstablose
Erweiterung der schmalen Ladenzeile dem Kommerz geopfert worden. Gerade
jedoch dieser Wechsel von großstädtischem Trubel vorn und
Zurückgezogenheit in grünen Ruheoasen zwischen den Hotelscheiben
gab der ganzen Anlage ihre ganz eigene Ausstrahlung. (In Rotterdams
Lijnbaan
sind diese Gärten selbstverständlich noch immer erhalten.)
Der Abriss des letzten,
öffentlichen Gartens ist unbedingt zu verhindern, obwohl er nun
mittlerweile durch eine fast 100% Abriegelung gar nicht mehr erreichbar
ist. Er ist zudem dringend denkmalpflegerisch mit Sorgfalt zu sanieren!
Außerordentlich bedauerlich ist auch das Zubauen des Restaurantschnellgastronoms
vor dem Hotel Bastei und damit ein Verstellen des Wandbildes "Dresden,
die Stadt der modernen sozialistischen Industrie, der Wissenschaft
und der Kunst grüßt seine Gäste" von Sillack
und Lipowski. Damit ist eine der zentralen künstlerischen Gesten
quasi aus dem sichtbaren öffentlichen Raum verschwunden.
Die plump monströse Lenin- Thälmannstatue, 1974 von Grigorji
Jastrebenezki, ist wohl entbehrlich. Die Steinköpfe der kommunistischen
Arbeiterführer tourten mit dem Aktionskünstler Rudolf Herz als
Kuriosum 2004 durch Europa. (Lenin
on tour).
Geometrische Strenge statt sprudelnder Verspieltheit
Der neuen Gestaltung mit den schlanken Stableuchten kann man eine
gewisse Eleganz nicht absprechen. Sie wirkt aber nun zusätzlich
in ihrer eindeutigen Nord-Südausrichtung, ohne querende "Barrieren"
(Wasserspiele, Beete) wie ein ziehender Sog Richtung Altstadt, ohne
wirklich zu einem verweilenden Aufent-Halt einzuladen. Ein
entspannter Anziehungspunkt ist nicht mehr gegeben. Das lebendig Spielerische
ist durch eine unbewegte, geometrische Strenge ersetzt worden. Nach
Aussagen des Architekten Hatzfeld sei die vormals "verwurschtelte"
Anlage nun "als eine Haupt-achse zum Zentrum geradliniger und
überschaubarer".
Dem Eindruck eines Transit-Raumes dieses neuen "Prager Platzes"
müßte noch viel entschiedener durch urbane Maßnahmen
entgegen gewirkt werden, die zum Bleiben einladen. Vielleicht tragen
die neuen ovalen Pavillons dazu bei, die im Sommer 05 aufgestellt
wurden.

Prager Straße 1980 (Foto: Inger Sørensen / Dänemark)
- Vergrößerung

belebte
Prager Straße 1980 (Foto: Inger Sørensen / Dänemark) -
Vergrößerung

Eine
Welt von Gestern: Prager Straße 1980 (Foto: Inger Sørensen /
Dänemark) - Vergrößerung
Der spröde Charme der Siebziger
Die Planer der Prager Straße orientierten sich an der internationalen
Moderne
SZ vom 20.04.04
|
|

Februar 2007 abgerissen:
Restaurant "International"

"Newalandschaft"
- von Franz Tippel 1969 - Reminiszenz an Petersburg - Hotel Newa (jetzt
Mercure) 

Hotel Newa - Fassadenelemente
aus Betonrelief: gestaltet von Friedrich Kracht und Karl-Heinz Adler,
Foto: TK-2005

Geschwungenes Pflaster
auf der Prager Straße (Foto: Mai 2004). 2008 wurde diese äußerst
erhaltenenswerte Zeitschicht, ein herausragendes Zeugnis der Moderne
in der Landschaftsarchitektur, ebenfalls komplett entfernt und durch
nichtssagendes monchromoes Pflaster ersetzt. Vergrößerung

Freiflächen-Gestaltungs-Entwurf 1968 (Ausschnitt mit dem geschwungenen
Pflaster). Vorbild Brasilien - CopaCabana
in Rio von Burle Marx - 1970)

Originelle Muster an den industriell gefertigten Platten der drei Hotelscheiben

Hotelgarten v. Kollektiv
Pietsch, Landgraf und V. Warnitzchke

Metallskulptur "Völkerfreundschaft"
(1986)

Prager Straße 1979

Prager Straße 2003 vor der Umgestaltung,

Dach Wohnzeile 1970

Prager Straße - International (Ausschnitt einer Wand aus Betonformsteinen
am ehem. Gaststättenkomplex im schönen Spiel von Sonne und
Schatten), Aufnahme: April 05 - (Vergrößerung)
Abriss des Gebäudes: Feb. 07 !

Originaler, quadratischer Pflanzkübel in Beton und Mosaiksteinen.
(Noch) zu sehen: im Hotelgarten als typisches gartengestalterisches
Element der späten 60er Jahre in Ost-Deutschland.
Aufnahme: Juli 05 |
|

Wohnzeile 1980 - die Originalfarben dieser Balkone waren, wie man
hier schön sehen kann, grün-türkis. Foto:
Thorsten Matthias - Vergrößerung
Woba
steckte 20 Millionen in die "Platte"
Für 18 bis 20 Millionen Euro hat die Woba den Elfgeschosser zwischen
St. Petersburger und Prager Straße 2007
saniert.
Die nach Le Corbusier's Vorbild "Unité d'habitation"
1969 fertig gestellte "Wohnmaschine" hat 612 Kleinwohnungen,
eine eigene Tiefgarage, eine Ladenzeile im Erdgeschoss, darüber
ein komplettes Bürogeschoss sowie schmetterlings-förmige Aufbauten
für Büros und Gemeinschaftsräume. Diese Räume wurden zu Penthouse-Wohnungen.
Die Sanierung und den Teilumbau übernahm das Dresdner Büro
www.knererlang.de.
Auf dessen Webseite steht:
"Die beeindruckende städtebauliche Kraft und die große gestalterische
Qualität des Hauses sollen durch die vorgesehene schonende Sanierung
erneut zur Geltung kommen."
Zur Problematik der Denkmalpflege bei Bauten der 60er und 70er
Jahre. Eine Bestandsaufnahme.
von Mark
Escherich,
11-seitiger Text, in: Kunsttexte.de Nr.1 2005, siehe: www.kunsttexte.de
(pdf)
Literatur:
Heft
11/04 der "Bauwelt", welches sich als Thema ausgiebig
mit der Prager Straße beschäftigt.
Architektur und Städtebau der Nachkriegsmoderne in Dresden, Symposium
am 30. Oktober 2003 der Klasse Baukunst (Sächsische Akademie
der Künste) - Broschüre - mit Beiträgen von H. Feßenmayr,
W. Durth, T. Topfstedt, J. Paul, H. Schellenberg, K. Trojan, A. Friedrich
u.a.
Joachim
Fischer: "Prager
Straße in Dresden. Zur Architektur-soziologie eines utopischen Stadtensembles",
in: Ausdruck und Gebrauch, Heft 5, 2004, S. 4-14.
Fragment der Moderne. Die Prager Strasse in Dresden kämpft um ihre
Zukunft - NZZ
vom 03.09.04
Städte drüben. Hrsg. von Helmut Reinhardt, Hannover 1968
(Dresden - S. 9 - 19)

Restaurant "International", Prager Straße
- Mazurka Bar, Untergeschoss, 1970- 72; H.J. Richter und Kollektiv,
G. Gruner, L. Johne, M. Gersdorf (Innengestaltung),
Ausstattung: Hellerauer Werkstätten / unten: Umlaufende Ornamentale
Wandleiste 1Meter hoch, ebd. / Anlage 1992 für Ladenflächen
umgebaut, 2007 komplett abgerissen.
|
|
|

Die Balkone der langen
Wohnzeile sind nun nach der Sanierung durch Knerer/Lang weiß und
grau mit farblichen Akzenten zwischen grün-blau. Bestimmte Wohnungen
wurden als Maisoinette über 2 Etagen zusammengelegt. Bildquelle:
Knerer/Lang

Eiscafé - im Hintergrund: Wohnzeile mit Stoffmarkisen und verglaster
Bürotrakt. Zeitgenössische Postkarte frühe 1960er - Vergrößerung |