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Architekten: Herbert Schneider,
Fred Pietsch (Ideenentw.)
Gerd
Dettmar (Projekt)
Plastik: Rudolf Löhner
Bauzeit: 1953 - 55
Adresse: Basteiplatz 4
Anbau: 2004/ 05 (Wettbewerb: 2001)
Architekten: H.Storch/W.Ehlers
& Partner
Webseite: www.storch-ehlers-partner.de
und www.s-e-p.de
Kunst am Bau: Roland Fuhrmann
"Gret
Palucca, führende Vertreterin des Ausdruckstanzes, hatte 1925
eine Ausbildungsstätte eröffnet, die 1949 den Status einer
Staatlichen Fachschule für künstlerischen Tanz erhielt.
Mit dem für die 50er Jahre bemerkenswerten Neubau wurde ein repräsentativer
Rahmen für eine tänzerische Ausbildung auf höchstem
Niveau geschafffen. Der Mittelbau der in ihrer Traufhöhe an die
umgebende Villenbebauung angepassten Schule nimmt die Bauflucht des
Rundplatzes mit einer konkaven Wölbung auf. Seine Fassade wird
durch hochrechteckige Fenster und geputzte Lisenen gegliedert und
durch ein Sandsteinsockel zusammengefaßt. Der zentral angeordnete
Eingang wird durch die Bronzeplastik einer Tänzerin von Rudolf
Löhner, ein großformatiges Fenster und eine erhöhte
Traufkante betont. Zwei unterschiedlich lange Seitenflügel mit
Lisenengliederung und Eckbetonung durch Rustikaimitationen flankieren
den Mittelbau. Den östlichen Abschluß des Gebäudekomplexes
bildet ein Anbau von 1982 mit Ballettsälen." (Architekturführer
Dresden 1997)
Kunst im 20. Jahrhundert emanzipiert sich, entfremdend dem Bau
Kunst am Bau - wie in vielen Gebäuden der 20er bis 50er Jahre
tauchte plastisch Schmückendes nur noch als appliziertes autonom-eigenständiges
Kunstwerk auf, welches sich vom Bau immer mehr emanzipierte. Diese
Entwicklung führte ab den 60er Jahren zur absoluten Abkehr der
Plastik als selbständige Kunst neben dem Gebäude.
Auch bei der Palucca-Schule geht die Bronzefigur von R. Löhner
(1890 - 1971) nicht organisch aus dem Bau hervor. Kunst und Gebäude
sind keine Einheit mehr.
Gegenständliche conta abstrakte Kunst
Dennoch wurde 1953 auf der 3. (noch ansatzweise
Gesamt-) Deutschen Kunstausstellung in Dresden die Einheit
der Kunst des Sozialistischen Realismus mit dem Bauwerk propagiert.
Am 29.04.1954 wird dagegen in Kassel der Verein "Abendländische Kunst
des XX. Jahrhunderts" als Gegenbewegung des separaten, provisorisch-
westdeutschen Staates BRD gegründet. Die Aufgabe des neuen Westvereins
war die Vorbereitung einer gleichnamigen Ausstellung anläßlich der
Bundesgartenschau 1955 in Kassel. Mit der Konstituierung dieses Vereins
wird der Grundstein für die "documenta" gelegt, die bis heute Kunstzentrum
des wiedervereinten Deutschlands bzw. Europas ist. Heute ist Dresden
als Zentrum zeitgenössischer bildender Kunst dagegen im internationalen
Maßstab praktisch (fast) ohne Bedeutung, obwohl auch in Dresden
eindrucksvolle moderne Kunst (am Bau) entsteht, wie z.B. die Installation
"Treibender Rhythmus" 2006 im Anbau der Palucca-Schule.
Herbert Schneider
1954 setzte das Ministerium für Aufbau Schneider als Chefarchitekt
der Stadt Dresden ein. Schneider betreute die städtische Planung für
das Stadtzentrum, die Südvorstadt und die Seevorstadt in Dresden.
zu Leben und Werk Herbert
Schneiders: (Anke Petersilies' Arbeit 1999 an der Uni Leipzig
bei Thomas Topfstedt.)
Schneider arbeitete ab 1933 bis 1943 als freischaffender Architekt
in Sachsen. Hauptsächlich: landschaftsgebundene Einfamilienhäuser.
Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste. Ab 1943 Kriegsdienst
an der Ostfront.
Dezember 1946 Rückkehr aus sowjetischer Kriegsgefangen-schaft
nach Dresden zurück. Ab 1946 Mitglied der SED.
September 1954 setzte das Ostberliner Ministerium für Aufbau Schneider
als Chefarchitekt der Stadt Dresden ein. Schneider betreute die städtische
Planung für das Stadtzentrum, die Südvorstadt und die Seevorstadt
in Dresden.
Werke in Dresden u.a.:
1949 Kiosk am Fetscherplatz
1952 Jugendklubhaus, Alaunstraße 36-40
1953-1954 Wohnbebauung Nürnberger Straße 10-28, 13-31
Geschichte der Palucca- Schule:
www.palucca-schule-dresden.de
Vorläufer der Palucca Schule: das Jaques-Dalcroze Institute (Bildungsanstalt)
in Hellerau 1910 bis 1914
www.dalcroze.ch/html/en/furtemil.htm
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Neubau
/ Erweiterung
Die Architekten des Neuen Kongreßcenter ICCD H.Storch/W.Ehlers
& Partner werden bis 2007 einen anspruchsvollen neuen Anbau hinzufügen.
Infos
dazu
Auf der Webseite der Architekten wird der Anbau erläutert:
Zone I
beinhaltet die beiden zur Tiergartenstrasse orientierten Villen nebst
Gärten. Unter dem Hauptbegriff Geist werden hier die Raumgruppen Hochschulstudium
Theorie und Übergeordnete Einrichtungen mit Bibliothek und Unterkünfte
für die Gastdozenten zusammengefasst.
Zone II
ist unter dem Begriff Bewegung einzuordnen. Dieser Bereich bildet
die Hauptraumgruppe Hochschulstudium Tanz. Er beinhaltet die Physiotherapie
und die Tanzsäle, die zum abgesenkten Außenbereich orientiert sind.
Zone III
umfasst das Altgebäude am Basteiplatz und die Neubauten an der Wiener
Strasse. Unter 'Arbeiten und Wohnen' sind hier Hochschulleitung, Verwaltung,
Mensa und das neue Internat zusammengefasst.
So wie Lazlo Moholy-Nagy schreibt: Palucca verdichtet den Raum, sie
gliedert ihn, ist auch der Neubau zu verstehen: zu einer kompakten
Figur zusammengefasst, aber dennoch klar nach Funktionen gegliedert,
die im
Tanzen lernen auf der Bühne
Von Uwe Salzbrenner
Architektur. Heute wird der Neubau der Palucca Schule Dresden feierlich
übergeben. SZ vom11.04.06

Erweiterungssbau
(Ausschnitt) von Storch, Ehlers und Partner, Aufnahme: Mai 2006 -
noch mit Absperrgitter. (Foto: T.Kantschew)
DBZ,
Deutsche Bau Zeitschrift, August 2006:
"Treibender Rhythmus - Skulptur in Dresdner Tanz- Schule übergeben",
Artikel von Benedikt Kraft
"
Ich will nicht hübsch und lieblich tanzen ! ", soll die Tänzerin und
Tanzpädagogin Gret Palucca (!902-1993) einmal gesagt haben, und das,
was der Künstler Roland Fuhrmann in der Verbindung zwischen Neu- und
Altbau installierte, ist genau solches nicht. Die 1925 von Palucca
gegründete Tanz-Schule in Dresden wird nach manchem Statuswechsel
zuletzt 1999 in einer Neufassung des Sächsischen Hochschulgesetztes
als Hochschule für Tanz geführt. Das war der Grund dafür, den Bestand
zu sanieren und um Neubauten zu ergänzen; darunter ist auch ein Internat
für 50 junge Tanztalente. Im Rahmen der feierlichen Übergabe - den
Realisierungswettbewerb gewann 2001 das Hannoveraner Büro Storch Ehlers
Partner Architekten, die Gesamtarbeiten sollen im nächsten Jahr abgeschlossen
sein - wurde auch die Installation Fuhrmanns, "Treibender Rhythmus"
übergeben, die den weitgestreckten Raum zwischen Alt- und Neubau auffüllt,
Alt und Neu verbindet.
Mit einer Länge von 7,50 m und einer Gesamthöhe von 2,30 m schwebt
die Skulptur aus neon-orangem Stahlrohr als scheinbar bewegtes, also
kinematographisches Element im Raum, unsichtbar zitternd, wie kurz
vor dem Sprung und doch schon mitten drin. Der Künstler legte seiner
Arbeit einen Filmausschnitt der tanzenden Palucca aus den 20er Jahren
zugrunde, den er in 30 Einzelbilder auflöste. Die 30 eingefrorenen
Tanzbewegungen abstrahierte und reduzierte er mittels der linearen
Verbindung der Körperextremitäten (Hände, Füße) in geometrische Form.
Alle diese Formen werden abschließend ihrer Chronologie entsprechend
räumlich aufgereiht, es entsteht eine fließende Bewegung, die den
ihr zugewiesenen Raum wie in einem Zeitlupensprung in eine Richtung
durchquert. Die Transparenz der Bewegungsabfolgen verleiht dem architektonischen
Raum Spannung, ohne dabei Blickachsen zu verstellen. Um die Arbeit,
die losgelöst von ihrer Geschichte als Tanzskulptur verstanden werden
kann, nachvollziehbar zu machen, wurden die originalen Filmsequenzen
des Palucca-Tanzes als transparenter Streifen auf jeder Etage ausgestellt.
Nicht hübsch, nicht lieblich, aber schön !
siehe
auch: www.rolandfuhrmann.de
mit einer gif-Animation der Installation "Treibender Rhythmus"
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Kunst am Bau: "Treibender
Rhythmus" von Roland Fuhrmann (Berlin, geb. in Dresden) im Verbindungsgang
von Alt- zum Neubau. Die Installation "schwebt" als Skulptur
aus neon-orangem Stahlrohr im Raum und verkörpert einen Tanz
von Palucca, aufgelöst und abstahiert in 30 einzelne Tanzbewegungen.
Foto: R. Fuhrmann

(Ausschnitt)
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