|
Architekt: Hochbauamt
Dresden (Konzept)
Vorplanung: Walter Kaplan
Wettbewerb: evtl. 2011
Adresse: Wettiner Platz
/ Ehrlichstraße
Konzept Kraftwerk Mitte als neuer Kulturstandort- April 2008
vom Hochbauamt Dresden - detaillierte Pläne als pdf bei:
www.dnn-download.de/pdf/00001573.pdf

Die Planung sieht zwei Theater und einen Kunsthof vor.
Grundriss
Erdgeschoss von Operette und TJG

Querschnitt durch die Altbauten und den neuen Anbau

Ansicht West

Blick auf die umzunutzenden Altbauten des Bestandes,
Foto: Mai 2010 TK
Operette
und Theater Junge Generation ziehen ins leerstehende Kraftwerk Mitte.
Die Stadt Dresden will einen Teil des morbiden Industrieareals zu einem Kultur-Quartier
gestalten. Das löst endlich die jahrelange, bisher erfolglose
Suche nach einem neuen innerstädtischen Standort für das
beliebte Operetten- und Musicaltheater, welches von der Pheriepherie
in Leuben in die Mitte umziehen möchte. Gleichzeitig soll das
ebenfalls am Stadtrand angesiedelte Theater der Jungen Generation
(TJG) ins Kraftwerk umziehen, was Einsparmöglichkeiten in Bezug
auf Technik, Verwaltung und Theatergewerke ermöglicht.
Die pragmatische Umnutzung des alten, seit Jahren brach liegenden
Kraftwerkes würde damit einer sinnfälligen neuen Nutzung
zugeführt. Seit Jahren gab es für dieses Areal Nutzungsvorschläge,
die alle nicht realisiert werden konnten.
Allerdings will der Eigentümer - die drewag - einen Teil in Eigenregie künftig (ab 2012 ?) an die Kreativwirtschaft vermieten.
Beide Spielstätten
- Operette und TJG - sollen im Kraftwerk von einer Passage vom Wettiner
Platz erschlossen werden. Für die Operette wird das ehemalige Maschinenhaus,
erbaut um 1890, genutzt. Es wird das Foyer, Gastronomie, Garderoben,
Probebühnen und Technikräume aufnehmen. In Richtung Ehrlichstraße
soll ein schlichter Anbau für den Zuschauerraum mit 700 bis
850 Plätzen, den gesamten Bühnenbereich und Künstlergarderoben erfolgen.
Die Form des Neubaus ist in der bisherigen Skizze streng kubisch.
Freunde des heiteren Musiktheaters werden sich in der konkreten Ausführung
des Theatersaales noch etwas mehr Leichtigkeit und Schwung wünschen.
Neben dem Neubau soll ein gemeinsames Werkstattgebäude für die Staatsoperette
und das Theater Junge Generation errichtet werden.
Für das Theater Junge Generation soll das ehemalige Umspannwerk verwendet
werden. Der besondere Clou wäre die im Original erhaltene Schaltwarte
aus dem Jahr 1928, die als Foyer genutzt werden würde.
Abriss und Neubau
Das ehemalige imposante Kesselhaus von Paul Wolf aus dem Jahre
1928 wurde 2006 abgerissen. Mit gutem Willen hätte man in dieser
grandiosen Ikone großstädtischer Industriearchitektur die
Operette gut unterbringen können, aber 2006 liefen noch Pläne
für einen Neubau am Wiener Platz. (Foto 2006 Vogelperspektive)
Nun entsteht an der gleichen
Stelle des abgerissenen Kesselhauses ein Neubau für den Saal
und die Seiten- bzw. Hinterbühne.
Das Konzept geht in die Aussschüsse des Stadtrates, der am 3.
Juli 2008 darüber entscheidet. Danach gibt es eine europaweite
Architekten Ausschreibung. Die Fertigstellung des ambitionierten Projektes
wäre nicht vor 2014 geplant.
Insgesamt stellen diese Pläne eine erfreuliche Lösung für
die lange aufgeschobenen Probleme dar. Das Kraftwerk-MItte als neuer
Kulturstandort könnte erheblich zur Belebung der Wilsdruffer
Vorstadt und der angrenzenden Friedrichstadt beitragen, zudem erhofft
man sich auf bessere Touristenangebote, jenseits von Semperoper und
Schauspielhaus in einem potentiell urbanen Stadtteil. Gleich gegenüber
am Wettiner Platz liegt z.B. die Musikhochschule mit einem erstklassigen
neuen Aufführungssaal. Das Quartier wird jetzt schon als "Musikerviertel" bezeichnet.
Ausführlicher Pressespiegel zum Thema auf:
www.operette-im-zentrum.de
Heizkraftwerk Dresden
Isin Architekten
2007
Umnutzungskonzept für das alte Heizkraftwerk in Dresden
Infos auf www.archlab.de
Entwicklungsforum Dresden 22.10.2010
Presseerklärung zum Projekt "Kulturkraftwerk Dresden"
Die Lage der Staatoperette am östlichen und des Theaters der Jungen Generation am westlichen Stadtrand gehört – bedingt durch den im II. Weltkrieg nahezu völlig zerstörten
Stadtkern – noch immer zu den Nachkriegsprovisorien. Ein der Bedeutung beider Kultureinrichtungen angemessener Standort kann künftig nur die Innenstadt sein. Weiterlesen:
www.entwicklungsforum-dresden.de (pdf)
OB Orosz: Verwaltung steht hinter Kulturkraftwerk Mitte, DNN vom 23.11.2010
|
|

Haupterschließungsstraße innerhalb des Kraftwerkgeländes, Foto: Mai 2010, TK

Leuchtkraft des "Leuchtturm-Projektes" - Kraftwerk zur Museums-Sommernacht 08

Vision: Theater der Jungen Generation / im Kraftwerk am Tag der offenen Tür - 11.Dez. 2010, Foto
|
|
Hörenswert:
Impulsreferat von Prof. Dr. Peter Kulka (20 Min)
(Freier Architekt, Berlin/Dresden) auf einer Podiumsdiskussion vom 22. November 2010 zum Für und Wider beim Kraftwerk Mitte
"Der erste Schritt dieser Stadt seit 1989, kulturell etwas Neues zu schaffen" - Ein Plädoyer für das Kulturkraftwerk
www.musik-in-dresden.de - von Michael Ernst 23.11.2010
Schon jetzt wird das Ensemble mit verschiedenen Veranstaltungen belebt, u.a.: http://kraftwerk-club.de/
Das Opertten- und Musicaltheater bekommt Konkurrenz
in der Stadtmitte (am Ferdinandplatz):
www.dnn-online.de (28.01.2011)
"Dafür habe er mit Prof. Frei Otto (Leonberg) sowie einem Fraunhofer-Institut aus Ilmenau ausgewiesene Experten im Boot. Otto hat zum Beispiel das Zeltdach des Münchner Olympiastadions mitentwickelt, zählt zu den großen deutschen Architekten. Zusammen mit dem Fraunhofer-Institut soll in Dresden das beste Musical-Theater der Welt mit neuem Hör- und Seherlebnis entstehen"
|
|
|
|
Dresden - eine Stadt (auch) für Junge?
Die klare Entscheidung für den Umzug des völlig im städtischen Abseits gelegenen Theaters der Jungen Generation (TJG) in die Mitte Dresdens bedeutet (neben der Klärung der Operettenfrage) endlich auch ein wirklich positives Statement für Kinder und Jugendliche. Diese Gruppe hat in Dresden - man will es nicht glauben - eine sehr geringe Lobby. Es ist ein Skandal, dass Sachsens Hauptstadt (eine der größten Geburtenraten Deutschlands!) das Theater-Bildungsangebot an die junge Altersgruppe so lange an einem komplett unakzeptablen peripheren Standort belässt. Während die Operette - vornehmlich ein Theater der älteren Generation (TÄG) - in Dresden durchaus die PR-Maschinerie mobilisieren kann, finden sich für das innovative Jugendtheater kaum Fürsprecher. Es ist bisher in einer ehem. Tanzdiele an der Meissner Landstraße (in Briesnitz) am Stadtrand beheimatet.
Das TJG besteht übrigens schon seit 1949 und ist damit das zweitälteste Kindertheater Deutschlands. Es wird endlich Zeit, dass das Kinder- und Jugendtheater ins Zentrum Dresdens umzieht und damit eine viel bessere Erreichbarkeit (vor allem aber auch eine bessere öffentliche Wahrnehmung) erzielt werden kann.
Sehenswert: www.tjg-dresden.de Webseite des TJG
Hoffnungsschimmer: der Förderverein tjg (seit 1990)
|
|

Webseite des TJG
|
|

Platz für Zukunft:
Gelände des ehemaligen Heizkraftwerkes mit Blick auf den Altbaubestand,
in
den die Staatsoperette und das Theater der Jungen Generation einziehen
sollen. Foto: Mai 2010 TK

Kulturkraftwerk Mitte nach einem Konzept des Hochbauamtes. Foto: Stadt Dresden

Verknüpfung & Vernetzung der Altstadt mit der Wilsdruffer Vorstadt und der Friedrichtstadt.
Verbindendes "Scharnier" könnte dabei das Kulturkraftwerk sein.
Quelle: Planungsleitbild Innenstadt 2008 / Hervorhebungen: TK

Tag der offenen Tür im Kraftwerk am 11. Dezember 2010. Quelle: Staatsoperette Dresden
|