Kraftwerk Mitte (KKM) als neuer Kulturstandort
Staatsoperette und Theater der Jungen Generation (TJG) im Zentrum

 
Architekt:   Hochbauamt Dresden (Konzept)
Jörg Friedrich, pfp Architekten
www.pfp-architekten.de
ausführende Bau-Firma: Züblin AG
Bauherr:   Firma Kommunale Immobilien Dresden
Wettbewerb:   2012 (Ausschreibungstext)
Jury empfiehlt die weitere Planung.
PM vom
03.06.2013
Bauzeit:   2013 - 2016
Adresse:   Wettiner Platz / Ehrlichstraße
Infos zum Projekt:  

http://ratsinfo.dresden.de/
(u.a. Grundrisse von allen Ebenen)



Blick auf die umzunutzenden Altbauten des Bestandes, Foto: Mai 2010 TK



Operette und Theater Junge Generation ziehen ins leerstehende Kraftwerk Mitte.
Die Stadt Dresden baut bis 2016 einen Teil des morbiden Industrieareals zu einem Kultur-Quartier um. Das löst endlich die jahrelange erfolglose Suche nach einem neuen innerstädtischen Standort für das beliebte Operetten- und Musicaltheater, welches von der Pheriepherie in Leuben in die Mitte umziehen wird. Gleichzeitig soll das ebenfalls am Stadtrand angesiedelte Theater der Jungen Generation (TJG) ins Kraftwerk umziehen, was Einsparmöglichkeiten in Bezug auf Technik, Verwaltung und Theatergewerke ermöglicht.
Die pragmatische Umnutzung des alten, seit Jahren brach liegenden Kraftwerkes wird damit einer sinnfälligen neuen Nutzung zugeführt. Seit Jahren gab es für dieses Areal Nutzungsvorschläge, die alle nicht realisiert werden konnten.

Beide Spielstätten - Operette und TJG - sollen im Kraftwerk von einer Passage vom Wettiner Platz erschlossen werden. Für die Operette und das TJG wird das ehemalige Maschinenhaus, erbaut um 1890, genutzt. Es wird das Foyer, Gastronomie, Garderoben, eine Studiobühne und eine Puppenspielbühne aufnehmen. In Richtung Ehrlichstraße soll ein größerer Anbau errichtet, der den Operetten-Zuschauerraum mit 700 Plätzen sowie den gesamten Bühnenbereich u.Künstlergarderoben aufnehmen soll. Zusätzlich findet in dem funktional gestaffelten Neubau auch das Theater Junge Generation ihren Platz mit einer Bühne für 350 Sitze.

Die beiden zu einer gemeinsamen Einheit zusammengeführten Spiel-
stätten haben bisher noch keinen neuen Namen. Der Arbeitstitel lautet KKM für Kraftwerk Mitte.


Architektur
Die Form des Neubaus ist in den Plänen des Hamburger Architekten Jörg Friedrich streng kubisch. Seine rechtwinkligen Kuben aus Backstein und Stahl greifen die Tradition der neuen Sachlichkeit von Paul Wolfs Anbauten um 1928 erneut auf, übersetzen sie aber mit ganz anderen Fensteröffnungen und zusätzlichen Glaskuben in die Gegenwart. Das Sockelgeschoss ist eine Art "metallisch schimmernde Schleier aus vorbewitterten Metallelementen aus Cortenstahl".
Ein kräftiger städtebaulicher Akzent wird im neuen Bühnenturm gesetzt, der mit einer werksteindurchbrochenen Lichtarchitektur auch am Abend eine besondere Signalwirkung ausstrahlen könnte. (Ansicht, DNN)

Innenraum
Die Innenarchitektur der neuen Operette soll ganz in Rot gehalten sein. Ein geschwungener Rang stünde etwas im Gegensatz zu den geplanten kristallin-geometrischen Schmuckelementen im Raum. Foto (SZ, 04.07.2013). Der Kristall, als expressionistisches Symbol, wäre jedoch eine schöne Reminiszenz an eine der großen Theaterepochen in Dresden. Zudem dient die bewegte Oberfläche einer besseren Akustik.
Jörg Friedrich ist in Sachen Theaterneubau kein Anfänger. Unter anderem hat er das neue Theater in Erfurt gebaut, ebenfalls in einem leuchtenden Rot.
Das Saal des tjg in rechteckiger "Schuhkartonform" wird dagegen eine schwarzdunkle Oberfläche bekommen.


Haupterschließungsstraße innerhalb des Kraftwerkgeländes, Foto: Mai 2010, TK

Das alte Maschinenhaus wird zum Foyer ausgebaut. Foto: Juli 2013, TK

Auch in dieses ehem. Maschinenhaus von 1928 kommt eine kleine Studiobühne.

Maschinenhaus (1928) - außen, Foto

Eingangsbereich vom Wettiner Platz aus. Das Reaktanzenhaus gehört nicht in die Theaterplanung.

Der Förderverrein Staatsoperette u. das TJG machen großflächig Werbung für die neue Spielstätte im Zentrum.


Kosten
Der Kostenrahmen von 62 Mill. Euro an die Firma Züblin für das eigentliche Bauvorhaben soll keinesfalls überschritten werden.
Um Kosten einzusparen soll ein gemeinsames Werkstattgebäude für die Staatsoperette und das Theater Junge Generation am alten Standort in Cotta eingerichtet werden. Darüber hinaus wird auf eine Tiefgarage auf dem Kraftwerksgelände verzichtet und ein neues Parkhaus außerhalb des Quartiers an der Schweriner Straße errichtet werden.
Einsparmöglichkeiten wurden zudem genutzt, indem man auf die ehemals vorgesehene Nutzung des Bestands der alten Umspannwerks verzichtetund alle Einrichtung nun im neuen Südflügel unterbringt.

Insgesamt stellen diese Pläne eine erfreuliche Lösung für die lange aufgeschobenen Probleme dar. Das Kraftwerk-MItte als neuer Kulturstandort könnte erheblich zur Belebung der Wilsdruffer Vorstadt und der angrenzenden Friedrichstadt beitragen. Zudem erhofft man sich bessere Touristenangebote, jenseits von Semperoper und Schauspielhaus in einem potentiell urbanen Stadtteil. Gleich gegenüber am Wettiner Platz liegt z.B. die Musikhochschule mit einem erstklassigen neuen Aufführungssaal. Das Quartier wird jetzt schon als "Musikerviertel" bezeichnet.


Abriss und Neubau
Das ehemalige imposante Kesselhaus von Paul Wolf aus dem Jahre 1928 wurde 2006 abgerissen. Mit gutem Willen hätte man in dieser grandiosen Ikone großstädtischer Industriearchitektur die Operette gut unterbringen können, aber 2006 liefen noch Pläne für einen Neubau am Wiener Platz.
Nun entsteht an der gleichen Stelle des abgerissenen Kesselhauses ein Neubau für den Saal und die Seiten- bzw. Hinterbühne.


Ausführlicher Pressespiegel zum Thema auf:
www.operette-im-zentrum.de

Der Eigentümer - die Drewag - vermietet bereits große Teile des Gelaändes an die Kreativwirtschaft
. Einen sehr guten Überblick über die derzeigen Planungen auf dem gesamten Gelände bietet diese Webseite: www.kraftwerk-mitte-dresden.de


altes Konzept Kraftwerk Mitte als neuer Kulturstandort- April 2008
vom Hochbauamt Dresden - detaillierte Pläne als pdf bei:
www.dnn-download.de/pdf/00001573.pdf

Heizkraftwerk Dresden
Isin Architekten
2007
Umnutzungskonzept für das alte Heizkraftwerk in Dresden
Infos auf www.archlab.de

Entwicklungsforum Dresden 22.10.2010
Presseerklärung zum Projekt "Kulturkraftwerk Dresden"
Die Lage der Staatoperette am östlichen und des Theaters der Jungen Generation am westlichen Stadtrand gehört – bedingt durch den im II. Weltkrieg nahezu völlig zerstörten Stadtkern – noch immer zu den Nachkriegsprovisorien. Ein der Bedeutung beider Kultureinrichtungen angemessener Standort kann künftig nur die Innenstadt sein. Weiterlesen:
www.entwicklungsforum-dresden.de (pdf)

OB Orosz: Verwaltung steht hinter Kulturkraftwerk Mitte
DNN vom 23.11.2010

 

 
weitere Informationen auch auf:
www.ig-kraftwerk-mitte.de

Sehenswert:
Platz für Neues: Das Kraftwerk Mitte als Modell by IG Kraftwerk Mitte (von: "3D Visualisierer für Architektur- und Produktdesign” der Firma Virtual-Pix)


 


Hörenswert:

Impulsreferat von Prof. Dr. Peter Kulka (20 Min)
(Freier Architekt, Berlin/Dresden) auf einer Podiumsdiskussion vom 22. November 2010 zum Für und Wider beim Kraftwerk Mitte

"Der erste Schritt dieser Stadt seit 1989, kulturell etwas Neues zu schaffen" - Ein Plädoyer für das Kulturkraftwerk
www.musik-in-dresden.de - von Michael Ernst 23.11.2010

Schon jetzt wird das Ensemble mit verschiedenen Veranstaltungen belebt, u.a.: http://kraftwerk-club.de

Wilsdruffer Vorstadt- Hier spielt die Musik!
Herausgeber: Landeshauptstadt Dresden, Die Oberbürgermeisterin, Dresden 2012 (pdf)

 

 

Dresden - eine Stadt (auch) für Junge?

Die klare Entscheidung für den Umzug des völlig im städtischen Abseits gelegenen Theaters der Jungen Generation (TJG) in die Mitte Dresdens bedeutet (neben der Klärung der Operettenfrage) endlich auch ein wirklich positives Statement für Kinder und Jugendliche. Diese Gruppe hat in Dresden - man will es nicht glauben - eine sehr geringe Lobby. Es ist ein Skandal, dass Sachsens Hauptstadt (eine der größten Geburtenraten Deutschlands!) das Theater-Bildungsangebot an die junge Altersgruppe so lange an einem komplett unakzeptablen peripheren Standort belässt. Während die Operette - vornehmlich ein Theater der älteren Generation (TÄG) - in Dresden durchaus die PR-Maschinerie mobilisieren kann, finden sich für das innovative Jugendtheater kaum Fürsprecher. Es ist bisher in einer ehem. Tanzdiele an der Meissner Landstraße (in Briesnitz) am Stadtrand beheimatet.
Das TJG besteht übrigens schon seit 1949 und ist damit das zweitälteste Kindertheater Deutschlands. Es wird endlich Zeit, dass das Kinder- und Jugendtheater ins Zentrum Dresdens umzieht und damit eine viel bessere Erreichbarkeit (vor allem aber auch eine bessere öffentliche Wahrnehmung) erzielt werden kann.

Sehenswert: www.tjg-dresden.de
Webseite des TJG

Hoffnungsschimmer: der Förderverein tjg (seit 1990)




Webseite des TJG

 

 


ursprüngliche Planung mit einem zentralen Neubau (2010), Foto: Stadt Dresden


Platz für Zukunft: Gelände des ehemaligen Heizkraftwerkes mit Blick auf den Altbaubestand, in
den die Staatsoperette und das Theater der Jungen Generation einziehen sollen. Foto: Mai 2010 TK

 

Vorschlag Stesad-Studie 2011:

Während die Pläne 2008 noch die Unterbringung des TJG im Altbaubestand (ehem. Umspannwerk) vorsahen, schlägt 2011 die Stesad eine kostengünstigere Variante vor. Beide Bühnen sollten nun als Neubauten kommen. Die funktionale Gliederung sähe dann beide Bühnen nebeneinander vor, die von Theaterwerkstätten im Zwischenraum bzw. hinter den Bühnen eingebunden wären. In der Mitte sollte eine kleinere Studiobühne für beide Spielstätten Aufführungen mit Experimentiercharakter ermöglichen. Eine Puppenbühne und eine Probenbühne würden sich um das gemeinsam genutzte Foyer gruppieren. Quelle der Pläne:

DNN vom 05.05.2011: Plan: TJG erhält Neubau neben der Operette
Laut Stesad-Studie kann die Stadt bis zu 15,6 Mill. Euor sparen.

"Rund 89,3 Millionen Euro kostet das Kulturkraftwerk Mitte im ehemaligen Heizkraftwerk am Wettiner Platz – gemäß Ratsbeschluss der neue Standort für das Theater Junge Generation (TJG) und die Staatsoperette. So hat es das Hochbauamt der Stadt auf Basis einer Arcadis-Studie berechnet.
Das ehemalige Maschinenhaus dient als Foyer für Operette und TJG. Neubauten für alle Bühnen seien insgesamt rund 5,4 Millionen Euro günstiger, als das TJG ins ehemalige Umspannwerk zu stecken, so die Stesad.
Seite an Seite stehen die Theater im neuen Kulturkraftwerk Mitte am Wettiner Platz, inklusive Werkstätten. So stellt sich das die Stesad vor, eine Projektentwickler-Firma der Stadt.Grafiken: Stesad GmbH "

 

 

 


Grafiken: Stesad GmbH - groß