Kraftwerk Mitte als neuer Kulturstandort
Staatsoperette und Theater der Jungen Generation (TJG) im Zentrum

 

Architekt:      Hochbauamt Dresden (Konzept)
Vorplanung:   2007 Walter Kaplan
Wettbewerb:  2012 (Ausschreibungstext)
geplante Fertigstellung: 2016
Adresse:       Wettiner Platz
/ Ehrlichstraße

Konzept Kraftwerk Mitte als neuer Kulturstandort- April 2008
vom Hochbauamt Dresden - detaillierte Pläne als pdf bei:
www.dnn-download.de/pdf/00001573.pdf


Die Planung sieht zwei Theater und einen Kunsthof vor.

Grundriss Erdgeschoss von Operette und TJG


Querschnitt durch die Altbauten und den neuen Anbau


Ansicht West


Blick auf die umzunutzenden Altbauten des Bestandes, Foto: Mai 2010 TK



Operette und Theater Junge Generation ziehen ins leerstehende Kraftwerk Mitte.
Die Stadt Dresden will einen Teil des morbiden Industrieareals zu einem Kultur-Quartier gestalten. Das löst endlich die jahrelange, bisher erfolglose Suche nach einem neuen innerstädtischen Standort für das beliebte Operetten- und Musicaltheater, welches von der Pheriepherie in Leuben in die Mitte umziehen möchte. Gleichzeitig soll das ebenfalls am Stadtrand angesiedelte Theater der Jungen Generation (TJG) ins Kraftwerk umziehen, was Einsparmöglichkeiten in Bezug auf Technik, Verwaltung und Theatergewerke ermöglicht.
Die pragmatische Umnutzung des alten, seit Jahren brach liegenden Kraftwerkes würde damit einer sinnfälligen neuen Nutzung zugeführt. Seit Jahren gab es für dieses Areal Nutzungsvorschläge, die alle nicht realisiert werden konnten.
Allerdings will der Eigentümer - die drewag - einen Teil in Eigenregie künftig (ab 2012 ?) an die Kreativwirtschaft vermieten.

Beide Spielstätten - Operette und TJG - sollen im Kraftwerk von einer Passage vom Wettiner Platz erschlossen werden. Für die Operette wird das ehemalige Maschinenhaus, erbaut um 1890, genutzt. Es wird das Foyer, Gastronomie, Garderoben, Probebühnen und Technikräume aufnehmen. In Richtung Ehrlichstraße soll ein schlichter Anbau für den Zuschauerraum mit 700 Plätzen, den gesamten Bühnenbereich und Künstlergarderoben erfolgen. Die Form des Neubaus ist in der bisherigen Skizze streng kubisch. Freunde des heiteren Musiktheaters werden sich in der konkreten Ausführung des Theatersaales noch etwas mehr Leichtigkeit und Schwung wünschen. Vielleicht gelingt eine Quadratur des Kreises: gutes Entertainment in der Architektur und Einhaltung des Kostenrahmens.

Neben dem Neubau soll ein gemeinsames Werkstattgebäude für die Staatsoperette und das Theater Junge Generation errichtet werden.
Für das Theater Junge Generation soll das ehemalige Umspannwerk verwendet werden. HIer sind 350 Plätze in der Hauptbühne und jeweils 125 in der Puppen- und Studiobühne vorgesehen. Der besondere Clou wäre die im Original erhaltene Schaltwarte aus dem Jahr 1928, die als Foyer genutzt werden würde.

Abriss und Neubau
Das ehemalige imposante Kesselhaus von Paul Wolf aus dem Jahre 1928 wurde 2006 abgerissen. Mit gutem Willen hätte man in dieser grandiosen Ikone großstädtischer Industriearchitektur die Operette gut unterbringen können, aber 2006 liefen noch Pläne für einen Neubau am Wiener Platz.
Nun entsteht an der gleichen Stelle des abgerissenen Kesselhauses ein Neubau für den Saal und die Seiten- bzw. Hinterbühne.

Eine zweite europaweite Ausschreibung endet am 11. Juli 2012. Die Fertigstellung des ambitionierten Projektes wäre nicht vor 2016 geplant.

Insgesamt stellen diese Pläne eine erfreuliche Lösung für die lange aufgeschobenen Probleme dar. Das Kraftwerk-MItte als neuer Kulturstandort könnte erheblich zur Belebung der Wilsdruffer Vorstadt und der angrenzenden Friedrichstadt beitragen, zudem erhofft man sich auf bessere Touristenangebote, jenseits von Semperoper und Schauspielhaus in einem potentiell urbanen Stadtteil. Gleich gegenüber am Wettiner Platz liegt z.B. die Musikhochschule mit einem erstklassigen neuen Aufführungssaal. Das Quartier wird jetzt schon als "Musikerviertel" bezeichnet.


Ausführlicher Pressespiegel zum Thema auf:
www.operette-im-zentrum.de

Heizkraftwerk Dresden
Isin Architekten
2007
Umnutzungskonzept für das alte Heizkraftwerk in Dresden
Infos auf www.archlab.de

Entwicklungsforum Dresden 22.10.2010
Presseerklärung zum Projekt "Kulturkraftwerk Dresden"
Die Lage der Staatoperette am östlichen und des Theaters der Jungen Generation am westlichen Stadtrand gehört – bedingt durch den im II. Weltkrieg nahezu völlig zerstörten Stadtkern – noch immer zu den Nachkriegsprovisorien. Ein der Bedeutung beider Kultureinrichtungen angemessener Standort kann künftig nur die Innenstadt sein. Weiterlesen:
www.entwicklungsforum-dresden.de (pdf)

OB Orosz: Verwaltung steht hinter Kulturkraftwerk Mitte
DNN vom 23.11.2010




Haupterschließungsstraße innerhalb des Kraftwerkgeländes, Foto: Mai 2010, TK



weitere Informationen auch auf:
www.ig-kraftwerk-mitte.de

Sehenswert:
Platz für Neues: Das Kraftwerk Mitte als Modell by IG Kraftwerk Mitte (von: "3D Visualisierer für Architektur- und Produktdesign” der Firma Virtual-Pix)



Hörenswert:

Impulsreferat von Prof. Dr. Peter Kulka (20 Min)
(Freier Architekt, Berlin/Dresden) auf einer Podiumsdiskussion vom 22. November 2010 zum Für und Wider beim Kraftwerk Mitte

"Der erste Schritt dieser Stadt seit 1989, kulturell etwas Neues zu schaffen" - Ein Plädoyer für das Kulturkraftwerk
www.musik-in-dresden.de - von Michael Ernst 23.11.2010

Schon jetzt wird das Ensemble mit verschiedenen Veranstaltungen belebt, u.a.: http://kraftwerk-club.de

Wilsdruffer Vorstadt- Hier spielt die Musik!
Herausgeber: Landeshauptstadt Dresden, Die Oberbürgermeisterin, Dresden 2012 (pdf)


Kultur im Kraftwerk JETZT! - Eine Dresdner Kulturinitiative

FDDK - Förderer Dresdner Kunst, kultureller Bildung und ihrer Orte e.V., 2.11.2012 - www.kultur-im-kraftwerk-jetzt.de/aufruf.html

 

 

Dresden - eine Stadt (auch) für Junge?

Die klare Entscheidung für den Umzug des völlig im städtischen Abseits gelegenen Theaters der Jungen Generation (TJG) in die Mitte Dresdens bedeutet (neben der Klärung der Operettenfrage) endlich auch ein wirklich positives Statement für Kinder und Jugendliche. Diese Gruppe hat in Dresden - man will es nicht glauben - eine sehr geringe Lobby. Es ist ein Skandal, dass Sachsens Hauptstadt (eine der größten Geburtenraten Deutschlands!) das Theater-Bildungsangebot an die junge Altersgruppe so lange an einem komplett unakzeptablen peripheren Standort belässt. Während die Operette - vornehmlich ein Theater der älteren Generation (TÄG) - in Dresden durchaus die PR-Maschinerie mobilisieren kann, finden sich für das innovative Jugendtheater kaum Fürsprecher. Es ist bisher in einer ehem. Tanzdiele an der Meissner Landstraße (in Briesnitz) am Stadtrand beheimatet.
Das TJG besteht übrigens schon seit 1949 und ist damit das zweitälteste Kindertheater Deutschlands. Es wird endlich Zeit, dass das Kinder- und Jugendtheater ins Zentrum Dresdens umzieht und damit eine viel bessere Erreichbarkeit (vor allem aber auch eine bessere öffentliche Wahrnehmung) erzielt werden kann.

Sehenswert: www.tjg-dresden.de
Webseite des TJG

Hoffnungsschimmer: der Förderverein tjg (seit 1990)




Webseite des TJG

 


Platz für Zukunft: Gelände des ehemaligen Heizkraftwerkes mit Blick auf den Altbaubestand, in
den die Staatsoperette und das Theater der Jungen Generation einziehen sollen. Foto: Mai 2010 TK

 


Kulturkraftwerk Mitte nach einem Konzept des Hochbauamtes. Foto: Stadt Dresden

 


Verknüpfung & Vernetzung der Altstadt mit der Wilsdruffer Vorstadt und der Friedrichtstadt.
Verbindendes "Scharnier" könnte dabei das Kulturkraftwerk sein.

Quelle: Planungsleitbild Innenstadt 2008 / Hervorhebungen: TK

 

Vorschlag Stesad-Studie 2011:

Während die Pläne 2008 noch die Unterbringung des TJG im Altbaubestand (ehem. Umspannwerk) vorsahen, schlägt 2011 die Stesad eine kostengünstigere Variante vor. Beide Bühnen sollten nun als Neubauten kommen. Die funktionale Gliederung sähe dann beide Bühnen nebeneinander vor, die von Theaterwerkstätten im Zwischenraum bzw. hinter den Bühnen eingebunden wären. In der Mitte sollte eine kleinere Studiobühne für beide Spielstätten Aufführungen mit Experimentiercharakter ermöglichen. Eine Puppenbühne und eine Probenbühne würden sich um das gemeinsam genutzte Foyer gruppieren. Quelle der Pläne:

DNN vom 05.05.2011: Plan: TJG erhält Neubau neben der Operette
Laut Stesad-Studie kann die Stadt bis zu 15,6 Mill. Euor sparen.

"Rund 89,3 Millionen Euro kostet das Kulturkraftwerk Mitte im ehemaligen Heizkraftwerk am Wettiner Platz – gemäß Ratsbeschluss der neue Standort für das Theater Junge Generation (TJG) und die Staatsoperette. So hat es das Hochbauamt der Stadt auf Basis einer Arcadis-Studie berechnet.
Das ehemalige Maschinenhaus dient als Foyer für Operette und TJG. Neubauten für alle Bühnen seien insgesamt rund 5,4 Millionen Euro günstiger, als das TJG ins ehemalige Umspannwerk zu stecken, so die Stesad.
Seite an Seite stehen die Theater im neuen Kulturkraftwerk Mitte am Wettiner Platz, inklusive Werkstätten. So stellt sich das die Stesad vor, eine Projektentwickler-Firma der Stadt.Grafiken: Stesad GmbH "

 

 


Grafiken: Stesad GmbH - groß