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Architekt: Kurt Bärbig
Großgarage:
Karl Schmidt
Bauzeit: _1927 - 30
Adresse:.
Fabrikstraße 13
"Das durch einen Tunnel mit einer Wagenhalle auf der gegenüberliegenden
Straßenseite verbundene Produktionsgebäude ist als erster
Teil eines wegen der Weltwirtschaftskrise nicht vervollständigten
Komplexes zur Nahrungsmittelproduktion (Bäckerei, Brauerei, Brennerei)
ausgeführt worden. Das Gebäude besteht aus zwei sechsgeschossigen,
im stumpfen Winkel zueinander angeordneten Flügeln und einem
achtgeschossigen Turm. Den mit Laderampen versehenen, konvex geformten
Hofseiten liegen eine gerade und eine sich dem konkaven Straßenverlauf
anpassende Front gegenüber. Die durch Gesimse gerahmten Fensterbänder
werden straßenseitig an einem fünfgeschossigen Treppenhaus
herumgeführt, das die Straßenfront über den durch
die beiden Flügel gebildeten Scheitelpunkt hinaus verlängert.
Die nach neusachlichen Prinzipien gestaltete Anlage ist ein mit roten
Klinkern verkleideter Stahlskelettbau. Sie wurde nach Kriegsschäden
verändert und 1995 entkernt."
(Architekturführer Dresden 1997)
Typisch für die Zwanziger Jahre ist zudem die
Lichtarchitektur in Form des damals nachts von innen beleuchteten
sechseckige Glasturms - als markante Firmenwerbung im Stadtraum. Leider
ist sie z.Z. als Schutz vor Vandalismus mit Holz verkleidet.
Material: Roter Klinker
Sandstein, Werkstein, Putz sind als typische Fassadenmaterialien in
Sachsen bekannt. Backstein, Ziegel, Klinker verbindet man mit Norddeutschland,
Hansestädten wie Lübeck oder Hamburg. Doch existieren in den sächsischen
Großstädten Dresden, Leipzig und Chemnitz zahlreiche bemerkenswerte
Bauten, Ensembles und Siedlungen der ersten Jahrzehnte des 20.Jahrhunderts,
die durch das Material Klinker mit seinen vielfältigen Ocker-, Rot-,
Braunnuancen geprägt sind - ein Baumaterial was durchaus weiter zukunftsfähige
Chancen hat.
Vorbild: Erich Mendelsohn
"Als Ergebnis eines Architekturwettbewerbes wurde in Dresden
Löbtau der Neubau einer Fleischwarenfabrik errichtet. Als Teilnahmer
waren auch der Bauhaus-Direktor Walter Gropius und das erfolgreiche
Dresdner Büro Schilling und Gräbner angetreten. (...)
Durch die Konsequenz, mit der Bärbig die große Form der
Fabrik durchgestaltete, nähert er sich deutlich den Idealen dynamischer
Architektur, zu deren Protagonisten in diesen Jahren Erich Mendelsohn
gehörte. Bärbig nimmt mit grundlegenden Elementen dynamischen
Funktionalismus Bezug auf Mendelsohns Stuttgarter Kaufhaus Schocken.
Der weitgehend unbekannt gebliebene Architekt ist somit Autor eines
für die zwanziger Jahre typischen und in der sächsischen
Metropole ungewohnt konsequenten Fabrikgebäudes." (Tilo
Richter, Industriearchitektur in Dresden, 1997)
Anfang
2003 wurde die bis dato leerstehende flache "Kurt-Bärbig-Halle"
schonend saniert. Eingezogen ist die Go-Kart-Bahn ´Motor-Factory |
Kart- und Erlebniswelt´.
Das sechsstöckige Haupthaus dagegen ist fast komplett ohne Nutzung
und verfällt, wie so viele Gebäude der Moderne in Dresden.

Kurt Bärbig: Betriebszentrale Konsumverein Dresden, Wettbewerb
1. Preis, Gesamtanlage. Nur der erste Bauabschnitt an der Fabrikstraße
mit dem geschwungenen Gebäudeflügel ist -leicht verändert-
realisiert. (Bildquelle: Kurt Bärbig. Zum 100. Geburtstag des
Städtebauers und Landschaftsarchitekten. in: Architektur der
DDR 6 / 1989.)
Die Rote Moderne
Der Verlag Werkbund
organisierte im Jahr 2000 eine Ausstellung
zu Klinkerbauten der Moderne in Sachsen.
Lesetipp:
Martin Richard Möbius: Kurt
Bärbig, Berlin,
Leipzig, Wien; 1930
Möbius
in seinem Vorwort zu Bärbig:
"Ohne modern sein zu wollen, wurde er es wahrhaftig und zuverlässig,
indem er den alten Baugedanken neu erlebte und ohne stilistische Zwangsläufigkeit
früherer Epochen aufrichtig entwickelte. Nirgends überschreitet
er das zweckvoll und organisch entstandene Gehäuse, nirgends
bemüht er sich um Schönheit und Stil, beides ist immer von
selbst als natürliche Begleiterscheinung da. Schon aus dem Gelände
heraus sieht sich Bärbig zu einer Bildung des Raumes gedrängt,
die der Natur folgt, sie plastisch weiterführt oder ergänzt,
von hier aus erscheint ihm der Baugedanke festgelegt und zur möglichen
Vollendung bestimmt."
"Industriebauten
der Moderne -KONSUM-Fleischverarbeitungsfabrik Dresden", Diplomarbeit
an der TU Dresden von Lars-Uwe
Richter 2004
"Zu den herausragenden Industriedenkmalen der Moderne in Dresden
zählt die 1927 bis 1930 erbaute KONSUM-Fleischverarbeitungsfabrik
von Kurt Bärbig. Das Gebäude ist geprägt durch seine betont sachlichen
und innovativen Bau- und Konstruktionsformen. Inhalt der Diplomarbeit
ist die baukonstruktive Analyse und Dokumentation dieses Einzeldenkmals
als eine vorbereitende Untersuchung zu dessen fachgerechter Instandsetzung.
Die bauliche Struktur wird mit typischen konstruktiven Konzepten der
Moderne verglichen. Das tragende Skelett und die Gebäudehülle werden
in ihrem Zustand und den daraus resultierenden Auswirkungen auf künftige
Nutzungen beurteilt."
Aktuelle Fotos vom Inneren des Gebäudes auf:
www.lumabytes.com/suche/
(Konsumgenossenschaft)
Architekturfotografie - modern ruins archiv

Das unter Denkmalschutz stehende Hauptportal der ehemaligen Hauptbetriebsanlage des Konsumvereins „Vorwärts“ auf der Rosenstraße vom Architekten Kurt Bärbig wurde Ende der 1990er illegal abgerissen. Heute befindet sich dort nun die zweispurige Betoneinfahrt einer Filiale des Veolia Umweltservice. Foto: Ray van Zeschau
Kurt
Bärbig 1889 - 1968
1923 wurde er als einziger Dresdner Architekt in die Deutsche Akademie
für Städtebau berufen. Bärbigs progressive, von sozialen Aspekten
geprägte Städte- und Landschaftsgestaltung huldigt dem damaligen Zeitgeist
von Sachlichkeit, Materialbezogenheit und dem Bemühen um "gestaltete
Zeit". Der 1889 in Dresden geborene Architekt emigrierte 1934 nach
Brasilien und kam nach 1945 in die zerstörte Stadt der kommunistischen
Zone Deutschlands zurück. 1952 war er Leiter der freischaffenden
Architekten beim Wettbewerb um die Neugestaltung Dresdens. Neben Schneider
und Rascher hatte sich z.B. auch Bärbig am Wettbewerb für
den neuen Altmarkt beteiligt, wurde jedoch gleich im ersten Anlauf
ausgeschieden.
weitere
biographische Eckdaten:
Zimmermannslehre und Besuch der Städtischen Gewerbeschule Dresden.
Studium: 1906-10 Staatsbauschule Dresden.
1910-12 TH Dresden, Städtebau bei Cornelius Gurlitt (gleichzeitig
Bauführer bei dem Architekten Rudolf Kolbe in Dresden-Loschwitz).
1912-16 ABK Dresden, Meisteratelier für Baukunst bei German Bestelmeyer
(1912 Kompositionspreis der Akademie; 1916 Silbermedaille des Ateliers).
1913 Gründung eines Architekturbüros mit 16 Mitarbeitern in Dresden.
Nach Kriegsdienst 1917/18 verstärkte sozial engagierte Arbeiten im
Kleinwohnungsbau.
1918-33 im Vorstand des Bundes Deutscher Architekten.
1921
Gottfried-Semper-Preis der Stadt Dresden;
1922 Dr.-Roscher-Preis der Sächsischen Staatsregierung
(mit Stipendium für schriftstellerische
Arbeiten);
1926 Volkshaus
Cotta in Dresden West (Hebbelstraße)
1929 Erstes deutsches Jugenderholungsheim
("Endlerkuppe")
in Ottendorf
1934-39 Emigration
nach Brasilien. Dort vorwiegend mit
Malerei beschäftigt.
1945 u.a. Mitglied des 1. Trümmerkomitees und
Mitbegründer des neuen
Bundes Deutscher Architekten.
1946 Lehrstuhl für Baukunst an der ABK Dresden.
Gebäude der Landtechnik
in der TU Dresden.
1964 Schinkel-Medaille u.a.
Jugenderholungsheim Endlerkuppe
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Foto: April 04
Leider steht der
bedeutende Bau auch 20011 leer. Foto: April 04 
Keine neue Nutzung
für leerstehende signifikante Gebäude der Moderne?
Die rote Moderne
Innenhof 
Hof der Konsumgenossenschaft.
Unterirdische Anlieferung (Einfahrt)

Auf der gegenüberliegenden
Straßenseite liegt die Großgarage, ein zweigeschossiger
Eisenbeton-Skelettbau als Dachbinderhalle mit Oberlicht für 100
Großlastwagen. Sie wurde von Karl
Schmidt 1930 errichtet. Hier die Ein -und Ausfahrtsrampe
(Foto: 2005)
Seit 2003 wird die Halle als Go-Kart-Bahn ´Motor-Factory | Kart- und
Erlebniswelt´ genutzt.
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Kurt Bärbig: Jugenderholungsheim Ottendorf bei Sebnitz (Sächsische
Schweiz) Foto: 1932, (später: BDM - Lager, SED-Parteischule,
Treuhandeigentum, seit 1990 leer stehend!)

Klassische Symmetrie: Jugenderholungsheim Ottendorf bei Sebnitz 1927
Zum Jugenderholungsheim
Endlerkuppe in Ottendorf
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Jugenderholungsheim
- Nov. 2009

Die U-förmige
Anlage erinnert an Tessenow's Festspielhaus in Hellerau.

Aussichtsturm mit
Terrasse
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