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Sächsische
Zeitung
Dienstag, 25. Mai 2004
Luft
28, Wasser 27 Grad
Zwei Gebäude für Wassersport: Schwimm- und
Sprunghalle auf dem Freiberger Platz
Von Siiri Klose
Die sechziger und siebziger Jahre haben in Dresden viele Gebäude
hinterlassen, deren architektonische Bedeutung heute umstritten ist.
In dieser Serie sollen einige davon vorgestellt werden. Heute: Die
Schwimm- und die Sprunghalle auf dem Freiberger Platz.
„Hoppeln!“, ruft Steffi Böhmert in das Nichtschwimmerbecken. Dort,
zu Füßen Neptuns und allerlei Wassergetier auf dem Wandmosaik, treten
acht gut gelaunte Rentnerinnen Wasser. Seniorenschwimmen nennt sich
das. Steffi Böhmert, die Leiterin von beiden Gebäuden, betreut die
Gruppe seit Jahren.
Nur auf der Freiberger Straße hat Dresden einen Zehn-Meter-Turm. Und
nur hier gibt es eine 50-Meter-Bahn. Keine Spaßrutsche und kein Whirlpool
lenken von der sportlichen Betätigung ab. Hier wird geschwommen. Und
die große Uhr an der Schmalseite gibt unerbittlich Auskunft, in welcher
Zeit.
Um Zeit ging es nicht, als die Dresdnerin Ingrid Krämer-Gulbin in
Rom Olympisches Gold im Turmspringen holte. Das war 1960 und der Anlass
für den Bau der Springerschule, die 1964 eingeweiht werden konnte.
Der Stahlskelettbau ruht auf sechs tragenden Säulen, dazwischen große
Fenster. Im Inneren steht er: Der Zehn-Meter Turm, von dem Generationen
von Nachwuchstalenten an Absprung und Eintauchtechnik gefeilt haben,
der Sportgrößen wie Jan Hempel, Heiko Meyer und Toni Adam hervorgebracht
hat und mittlerweile im Zentrum des Interesses zahlreicher Sportveranstaltungen
steht. Doch er und das fünf Meter tiefe Becken sind nicht das Einzige,
was zum Trainingsangebot gehört: eine kleine Turnhalle und vor allem
die große Halle mit der Schaumgummigrube für Trockenübungen.
Fünf Jahre nach der Sprunghalle entstand das 50-Meter-Becken in einem
gesonderten Gebäude. Projektiert wurde es in Leipzig, vom staatlichen
Komitee für Körperkultur und Sport. Beeindruckend ist die geschwungene
Decke, die eine Länge von 60 Metern und fast 40 Metern Breite überspannt.
Die Konstruktion hat es in sich: Damit die Halle nicht zusammenknickt
oder auseinander fällt, leiten schräg eingestellte Pfeiler den Druck
nach unten ab, zusätzlich stabilisiert von Zugbändern. Die Fensterfront
gen Norden reicht allerdings nicht ganz aus, um die Halle gleichmäßig
auszuleuchten. Künstliches und natürliches Licht ergeben ein Zwielicht,
mit dem die Sportler zu kämpfen haben.
Andere Probleme wurden schon erfolgreich beseitigt: 2002 hat das Dresdner
Architekturbüro Böhm der Sprunghalle zu einer Zuschauertribüne mit
199 Plätzen verholfen. Immer mehr Wettkämpfe in Dresden machten sie
bitter nötig. „Dafür haben wir die drei mittleren Tragpfeiler der
Fassade zum Teil entfernt und den Druck mit Stahlzugseilen aufgefangen.“,
sagt Architekt Johannes Böhm. Die Bronzeplastik der Turmspringerin
steht nun auf dem Tribünenanbau, in der Höhe, von der im Inneren gesprungen
wird. Im vergangenen Jahr wurden auch die Dusch- und Umkleidekabinen
der Sprunghalle modernisiert. Eine neue Wärmedämmung für die Beton-Glas-Fassadenteile
ist für den Spätsommer geplant. „Auch die Schwimmhalle braucht eine
Wärmedämmung“, sagt Steffi Böhmert, und, ziemlich stolz: „Die Sportler
trainieren gern hier. Hier haben sie alles an einem Platz.“
Öffnungszeiten Schwimmhalle Freiberger Platz 1a: Bis 10.7.: Mo bis
Fr 6 bis 8 Uhr; Di 14 bis 22 Uhr; Do 18 bis 22 Uhr; Sa 6 bis 12 Uhr;
ab 10.7. bis 30. 7. Frühschwimmen: Mo, Mi, Fr; Seniorenschwimmen:
tgl. 11-13 Uhr; ab 10.7. bis 30.7.: Mo bis Fr 10 bis 12 Uhr
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