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Die
Philharmonie erhält neuen Konzertsaal im Kulturpalast
Von Bettina Klemm
Der Umbau soll 2011 beginnen und rund 65 Millionen Euro kosten.
Aber zugleich wird die leichte Muse verbannt.
Der Kulturpalast soll ein Zentrum für die Dresdner Philharmonie und
die städtischen Bibliotheken werden. Auch der Herkuleskeule bietet
die Stadt Flächen an. Die SZ stellte die Pläne bereits vor. Gestern
übergab die Stadtverwaltung die Pläne an den Stadtrat zur Entscheidung.
Ab 2011 soll das Haus saniert und umgebaut werden. Die Arbeiten werden
dann fast drei Jahre dauern und 65 Millionen Euro kosten. 37 bis 40
Millionen davon entfallen allein auf den Bau eines Konzertsaales.
Da der Kulturpalast zum Sanierungsgebiet Neumarkt gehört, rechnet
die Stadt mit rund 29 Millionen Euro Fördermitteln. Anselm Rose, Intendant
der Dresdner Philharmonie, ist von den Plänen begeistert. „Davon versprechen
wir uns eine Akustik, die den Ansprüchen internationaler Spitzenorchester
gerecht wird. Der Kulturpalast in der 1a-Lage wird so zum musikalischen
Zentrum in der Stadt.“ Andere Spitzenorchester kommen dann sicher
gern zu Gastspielen.
Der Saal wird über 1800 Plätze verfügen. Diese Größe sei auch für
Kammermusikkonzerte geeignet. Zur konkreten Gestalt gebe es noch keine
Entscheidung. Nach aktuellem Stand könnte es eine Mischung der Formen
„Schuhkarton“ und „Weinberg“ werden, also ein rechteckiger Saal mit
Seitenbalkons. Bisher fehlt auch noch ein Ausweichstandort für die
Philharmoniekonzerte während der Umbauzeit.
Stadt will Konzept erarbeiten
Roses Freude wird jedoch zum Leid für die Veranstalter von Shows der
leichten Muse und Auftritten von Schlager- und Volksmusikgrößen. Für
sie wird es im Kulturpalast keinen Platz mehr geben. „Wir müssen Prioritäten
setzen“, sagt Kulturbürgermeister Lutz Vogel (parteilos). Die Stadt
werde nach anderen Spielstätten Ausschau halten. Vogel verweist auf
die Messe und die Eis-arena. Es wäre wünschenswert, wenn es bis zum
Umbau des Kulturpalastes eine Alternative gebe, sagt er vorsichtig.
Konkrete Pläne, beispielsweise zum Umbau der Messehalle 1 im Ostragehege,
könne er noch nicht vorweisen. Dort müssten mindestens Bühnentechnik
und Polsterstühle eingebaut werden.
Vogel ist davon überzeugt, dass sich viele Dresdner mit ihrem Kulturpalast
eng verbunden fühlen. Aber nichts sei ewig und so hofft er, dass sie
schnell einen anderen Spielort für die leichte Muse akzeptieren können.
Für den Kulturpalast habe es zwar zahlreiche Umbaupläne gegeben, aber
eine realistische Chance für einen Konzertsaal gebe es zum ersten
Mal, sagt er. Aufgrund neuer Gesetze und Brandschutzbestimmungen seien
die fast zwei Millionen Euro teuren Planungen aus den 90er Jahren
jedoch nicht mehr zu verwenden. Vogel betrachtet sie als „Erkenntnisgewinn“.
Nach Aussagen der Stadt würde ein kompletter Neubau mit der Fläche
des Kulturpalastes etwa 104 Millionen Euro kosten.
Zweifel bei Stadträten
Die CDU-Stadtratsfraktion begrüßt die Umbaupläne. „Endlich liegt ein
konkreter Vorschlag für einen erstklassigen Konzertsaal auf dem Tisch“,
sagt Fraktionsvorsitzende Christa Müller. Als Anhänger der Dresdner
Philharmonie begrüßt auch Albrecht Leonhardt von der Bürgerfraktion
die Pläne. Doch er habe zugleich Zweifel. „Warum wird eine nicht gerade
kostengünstige Variante vorgeschlagen. Ist hier wieder Schattenboxen
im Spiel?“, fragt er. Kritik übt auch Wilm Heinrich von der SPD. Konzepte
fehlten, denn der Kulturpalast werde derzeit nur zu 30 Prozent von
der Philharmonie genutzt.
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