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SZ
vom 17.03.2010
Der Traum vom Kugelhaus ist geplatzt
Für den Wiederaufbau des Kugelhauses am Lennéplatz gibt es kein Fördergeld.
Nun soll an der Stelle ein Pavillon entstehen.
Die Dresdner Bauhaus AG erhält für den Wiederaufbau des geplanten Kugelhauses
kein Fördergeld vom Land Sachsen. Das teilte Ortsamtsleiter André Barth
am Montag in der Sitzung des Ortsbeirats Altstadt auf Anfrage mit.
Jens Oesterreich, Projektentwickler bei der Dresdner Bauhaus AG, bestätigt:
„Vor anderthalb Wochen haben wir den abschlägigen Bescheid erhalten.“
Zur Begründung heißt es darin, dass es generell keine Fördermittel aus
dem sogenannten Topf für Gemeinschaftsaufgaben für Hotel- oder Gastronomieprojekte
gibt. Laut Aussage von Oesterreich hoffte man auf Fördermittel in Höhe
von 1,2 Millionen Euro. Die gesamten Baukosten wurden mit 4,2 Millionen
Euro veranschlagt.
Somit scheint der Traum vom originalgetreuen Wiederaufbau des Kugelhauses
auf der Gerhart-Hauptmann-Straße 1 geplatzt zu sein. Investor Frank
Leichsenring, Vorstand der Dresdner Bauhaus AG, wollte das Ausstellungshaus
von 1928 in eine „Hochzeitskugel“ umfunktionieren, in der dann natürlich
auch Gastronomie und ein Hotel eingezogen wären.
Die Absage kommt für den Investor völlig überraschend, wie Frank Dietz,
zuständig für die Unternehmenskommunikation der Dresdner Bauhaus AG,
sagt: „Wir waren ziemlich schockiert. Das Wirtschaftsministerium hatte
uns signalisiert, dass die Bewilligung des Fördergeldes eine reine Formsache
sei.“ Wie es weitergeht, ist noch völlig unklar. „Wir sind mit Fragen
konfrontiert, die es für uns vor ein paar Tagen noch nicht gab“, so
Dietz. „Für uns ist die Idee des Kugelhauses aber noch nicht gestorben.
Wir haben gegen den Bescheid Widerspruch eingelegt.“ Der Investor selbst
war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Er verbringt gerade seinen
Urlaub auf Mallorca.
In zwei bis drei Wochen rechnet die Bauhaus AG damit, eine endgültige
Aussage darüber geben zu können, ob der kugelförmige Stahlgerüstbau
von 1928 gebaut wird oder nicht.
Ursprünglich sollte Anfang April mit dem Bau des Kugelhauses begonnen
werden. Zur Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011 wollte Frank Leichsenring
das Kugelhaus eröffnen. Nun steht auch die Sanierung des sogenannten
Blauen Hauses in den Sternen. Für das marode Gebäude waren 68 altersgerechte
Wohnungen geplant. „Solange nicht klar ist, was mit dem Kugelhaus passiert,
fangen wir auch hier nicht an zu bauen“, sagt Jens Oesterreich.
Was passiert, wenn endgültig klar sein sollte, dass es kein Fördergeld
gibt, dazu äußerte sich gestern weder Jens Oesterreich noch Frank Dietz.
Nach Informationen der SZ führt die Bauhaus AG mit der Stadt jedoch
schon Gespräche zu alternativen Bebauungsplänen. Es gibt schon neue
Ideen für ein pavillionähnliches Gebäude. Ein offizieller Bauantrag
wurde jedoch noch nicht gestellt. Bianca Deutsch
eine
Abbildung
SZ
vom 10.Oktober 2009
Dresden
baut das Kugelhaus wieder auf
Von Denni Klein
Dresden bekommt ab März 2010 ein Wahrzeichen zurück: Mit einem Jahr
Verspätung soll an der Gerhart-Hauptmann-Straße 1 eine weitgehend originalgetreue
Kopie des weltweit ersten Kugelhauses entstehen. Zur Frauenfußball-Weltmeisterschaft
im Juni 2011 soll das Haus eröffnet werden. Auf den sechs Ebenen sind
unter anderem ein Hotel und ein Restaurant geplant. Passend zur Hausform
soll dann in der „Kugel“ auch eine Damen-Nationalmannschaft ihr Quartier
beziehen.
Gebaut wird das weltweit einzigartige Haus von der eigens dafür gegründeten
Grundbesitzgesellschaft Lennéplatz, die zur Dresdner Bauhaus AG gehört.
Rund 4,2 Millionen Euro werde das Projekt kosten, sagt Projektsprecher
Frank Dietz. Die Finanzierung mit den Banken sei geklärt. Jetzt stehe
nur noch ein Fördermittelbescheid des Landes aus. „Wir hoffen, bis Anfang
Dezember eine Zusage zu erhalten.“
Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums werde das Vorhaben wohlwollend
begleitet, und es gebe intensive Gespräche. Es seien aber noch letzte
Unterlagen zu erbringen, ehe entschieden werden könne, sagte eine Ministeriumssprecherin.
Eine gültige Baugenehmigung für das Vorhaben liegt seit mehr als einem
Jahr vor. Denn ursprünglich sollte das Haus bereits seit November 2008
gebaut und in diesem Dezember fertig werden.
Der neue Bau soll nahezu exakt dieselben Abmessungen haben wie das Original,
sagt Planer und Architekt Michael Stuhr. Auch bei den Materialien werde
nahe dem Original gearbeitet. Lediglich Brandschutzauflagen machen Anpassungen
nötig. Auch die Stadt habe noch Auflagen für die Gestaltung erteilt.
Die Hülle werde eine Glas-Stahl-Konstruktion sein, die insgesamt 27
Meter hoch wird.
„Eine Neuheit wird sein, dass komplett in Passivhaus-Technologie gebaut
wird. Das Kugelhaus wird weltweit das erste Gebäude dieser Größe sein,
das in diesem Standard entsteht“, ergänzt Projektsprecher Dietz. Dies
werde sich auf den energieintensiven Betrieb von Hotel und Restaurant
positiv auswirken. Das Hotel soll 28 Zimmer, davon zwei Suiten, haben.
„Im Restaurant werden 120 Gäste Platz finden.“ Ein Hotel- und Gastronomiebetreiber
sei gefunden. Der werde nach der endgültigen Zusage der Förderung bekannt
gegeben.
Ein besonderer Höhepunkt soll eine Hochzeitsetage werden. „In der ersten
Etage errichten wir ein Trauzimmer, das künftig zu den offiziellen Trauungsorten
des Standesamts gehören wird“, sagt Frank Dietz. Der Investor will damit
Dresden als Ziel für Hochzeitstouristen stärken. Die Hotelzimmer sollen
auf den Etagen zwei bis vier untergebracht werden. In der fünften Ebene
ist das Restaurant geplant. Das oberste Geschoss ist als Aussichtsplattform
geplant, die tagsüber öffentlich zugängig sein soll. „Sie kann auch
für Feiern und Veranstaltungen gebucht werden“, erklärt Frank Dietz.
Ein kleiner Vorbau wird für die touristische Vermarktung des Kugelhauses
entstehen. An dem werde auch der Zugang zu einer neuen Tiefgarage liegen.
In dem Anbau sollen Kugelhaus-Modelle, aber auch andere Dresdner Tourismusattraktionen
vermarktet werden. „Für das Projekt haben wir die Unterstützung der
Oberbürgermeisterin.“
Das Original-Kugelhaus des Architekten Peter Birkenholz entstand 1928
am Stübelplatz (heute Straßburger Platz) und war die Attraktion der
Jahresschau „Die Technische Stadt“. Das Gebäude wurde 1938 abgerissen.
Im Nationalsozialismus war es als entartete Technik verhöhnt worden.
Heute befindet sich am Standort der runde Turm der Gläsernen VW-Manufaktur.
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