SZ vom 05. Juli 2008

Kulturpalast erhält einen Konzertsaal
Von Bettina Klemm

Die Philharmonie soll in etwa fünf Jahren in einem erstklassigen Saal spielen. Mit großer Mehrheit stimmte der Stadtrat dafür.

Der Dresdner Kulturpalast soll saniert werden und einen erstklassigen Konzertsaal erhalten. Die Städtische Zentralbibliothek wird in das Haus einziehen und vielleicht auch die Herkuleskeule. Das hat der Stadtrat am Freitagabend mit 43 Ja- und zwölf Neinstimmen bei einer Enthaltung beschlossen. Für den Umbau werden 65 Millionen Euro bis 2013 in dem Stadthaushalt eingeplant.

Allerdings haben die Stadträte in den Ausschüssen noch zahlreiche Änderungen verfügt. So soll beispielsweise der Backstagebereich so geplant werden, dass auch Veranstaltungen im Unterhaltungsbereich möglich sind. Über die Frage, wie der Konzertsaal konkret aussehen soll, entscheidet der Stadtrat auf Grundlage eines von einer Projektgruppe aus Fachleuten vorgelegten Votums.

Bis Ende Oktober soll die Verwaltung ein Konzept zu Spielorten für die leichte Muse vorlegen. Zudem wird der Oberbürgermeister beauftragt, ein verbindliches Konzept für den späteren Betrieb und die Rechtsform vorzulegen. Für den Umbau soll der Kulturpalast maximal zwei und nicht wie von der Verwaltung avisiert drei Jahre schließen.

Weil die Vorlage der Stadt so unzureichend war, seien die umfangreichen Änderungen erforderlich gewesen, erläuterte Andrea Rump von der Linksfraktion.PDS. Obwohl es sich um ein Kulturthema handelt, sei das Kulturamt in die Erarbeitung gar nicht einbezogen worden. Die Mitglieder von Kultur- und Finanzausschuss haben zahlreiche Fachleute eingeladen, um sich von den Vor- und Nachteilen der Planungen zu überzeugen.

Dem Beschluss ging erneut eine kontroverse Debatte voraus. Die Linke und die SPD plädierten dafür, den Kulturpalast im Wesentlichen in seiner bisherigen Form zu erhalten. Die Unterhaltungskunst sorge derzeit für die größten Einnahmen.

Das sahen die anderen Fraktionen jedoch anders. Dresden habe endlich die Chance, einen erstklassigen Konzertsaal zu bauen und er sei finanzierbar, sagte Aline Fiedler von der CDU.

Übrigens war der Stadtrat vor fast zehn Jahren schon mal so weit. 1998 hatte er beschlossen, dass die Philharmonie im Kulturpalast einen neuen Konzertsaal erhält. Damals wurden knapp zwei Millionen Euro Planungskosten bewilligt. Die Architekten Dieter Schölzel und Dietrich Kämmler testeten daraufhin an einem Modell im Maßstab 1:20 die Akustik an jedem einzelnen Platz. Diesmal soll alles besser werden.