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Architekt: Martin Dülfer
Bauzeit:_ 1917 - 26
Adresse: .Mommsenstraße 6
Monumentalität und Details
Der Hauptbau der Anlage erinnert in seiner Ausprägung an das
Hellerauer Festspielhaus von Heinrich Tessenow (1911):
ein gleichschenkliger hoher Dreiecksgiebel, neoklassizistische vertikale
Gliederung und niedrigere Seitenflügel.
Die schmucklose Strenge des berühmten auratischen Festspielhauses
mit seinem spröden, unterkühlten Stil wurde jedoch bei diesem
Institutsgebäude vermieden.
Neben dem klaren Grundaufbau fällt der dezent eingesetzte Detailreichtum
auf: feine Profilierungen, der warme Grundton des würdig gealterten
rotbrauen Ziegelmaterials und deren schmückende Verwendung in
den Fensterbrüstungen.
Nicht nur Sandstein hat in Dresden Tradition
Dieses Baumaterial Klinker ist nur scheinbar untypisch für Dresden.
Gerade in den ersten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wird viel
mit diesem Material experimentiert, der bloße Stein pur ohne
Verputzung eingesetzt.
Auch z.B. am Beyer Bau der TU (1910-1913) verwendete der Architekt
Martin Dülfer eine Klinkerfassade.
Fantasievolle Ornamentik
Im Detail besticht der klare neoklassizistische Bau durch schöne
Ornamentik, die nichts Schwülstiges oder Geschmackloses hat und
sich organisch aus dem Bau ableitet. Sie scheint von den Ornamenten
der Prärie-Häuser des US-amerikanischen Architekten Frank Lloyd Wright
inspiriert, der seit 1910 zu einem wichtigen Impulsgeber der europäischen
Architektur wurde.
Auch die breiten Schornsteine der Seitenflügel sind Reminiszenzen
an den Präriestil Wrights.
Beschreibung
"Die Hochschulbauten stellen das Hauptwerk Dülfers in Dresden
dar. Der Bau zeichnet sich durch seine einfache Gliederung aus. Von
der G.-Bährstraße führt eine Achse durch das terrassierte
Gelände auf das Hauptgebäude zu. Diese wird von zwei mit
hohen Satteldächern ausgestatteten Flügeln, dem Müller-
und König Bau, flankiert und bildet mit diesen eine symmetrische,
U-förmige Anlage.
Die Fassade des Mittelbaus wird duch Lisenen gegliedert. Die medaillonartig
ausgebildeten achteckigen Fenster des obersten Geschosses und die
ornamentalen Verzierungen der Brüstungen erinnern an Formen des
Jugendstils.
Den Kern des Gebäudes stellt der große Hörsaal dar."
(Architekturführer Dresden, 1997)
Umbau des Fritz-Foerster Baus zum Hauptgebäude der Architektonischen
Fakultät (bis 2007)
Thomas Will (Hg.): Der Fritz-Foerster-Bau als zukünftiges Domizil
der Architekturfakultät der TU Dresden, Dresden 2004,
darin: Nils Meyer, Andreas Schwarting, Thomas Will:
Der Fritz-Foerster-Bau als Kulturdenkmal. Grundlagen für einen angemessenen
Umgang, S. 33-50 (im folgenden ein Auszug)
Historische Bedeutung
"Errichtet als ein wichtiges Glied in der Kette der von Dresdner
Professoren geplanten Hochschulbauten, belegt der Fritz-Foerster-Bau
beispielhaft die städtebauliche und architektonische Entwicklung
der TH in den 20er Jahren. Die Campus-Planung Dülfers von 1906-1910
erfuhr nach dem 1. Weltkrieg mit dem Gebäude der Chemnischen
Institute eine sehr reduzierte, sparsame Umsetzung, die insbesondere
an der heute noch ablesbaren städtebaulichen Achse von der George-Bähr-Straße
zum Haupteingang des Gebäudes erkennbar ist. Stilistisch und
bautypologisch ist der Foersterbau ein Dokument der Auseinandersetzungen
in der Hochschularchitektur der Weimarer Republik. Der Foerstebau
steht hier als ein Beispiel einer zwischen Reform und Bautradition,
zwischen Sachlichkeit und monumenalem künstlerischem Ausdruck
vermittelnden Backsteinarchitektur, wie wir sie im niederländischen
und deutschen Expressionismus, etwa bei Fritz Höger, finden,
und wie Dülfer selbst sie bereits bei seinem Stadttheater in
Lübeck (1906 - 08) erprobt hatte. Bei den Chemischen Instituten
ist aber vor allem - in finanziell bedingter einfacher Form - die
Bauweise der auf dem neuen Universitätsgelände bereits von
Weißbach errichteten Hochschulgebäude, die sämtlich
in Klinkern verkleidet waren.
Künstlerische Bedeutung und künstlerischer Wert
Der Foersterbau ist eine wichtige Station im facettenreichen Werk
von Martin Dülfer. Die Verbindung von späten Jugendstil-
Anklängen, historischen Reduktionsstil bzw. einem idealisierten
"Heimatstil" verleiht dem Foersterbau sein besonderes Gepräge.
Die hochwertige Bauausführung reicht von erfindungsreichen Einsatz
neuer Baustoffe, wie Stahlbeton in Kombination mit Naturstein und
Ziegeln, bis hin zu handwerklicher Perfektion der Details, die zum
künstlerischen Wert des Gebäudes entscheidend beitragen.
Das Ensemble aus Fritz-Foerster-Bau, Königs-Bau und Ericht-Müller-Bau
hat bis heute stadtbild- und campusprägende Wirkung, nicht zuletzt
durch die differenzierte Gestaltung der Außenanlagen (Treppen-
und Brückenanlagen, Pflasterungen, Masten, Bepflanzung)."
(Der gesamte Text) (pdf-
Teil 2)
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Foto 1995 (TK)      
Institut 1926 nach
der Fertigstellung
  
Untere Eingangshalle
Der große Hörsaal
- 2007 immer noch im kompletten Original mit dem alten Holzmobilar erhalten.
   
Künstlerisch
gestaltetes Holzgitter - trennend und transparent zugleich, Aufnahme:
April 07
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